Die neue Seidestraße - Vortrag von Prof. Hermann Kreutzmann am 13.Feb. 2020

Die Fotos zeigten es. Mit Fotos aus dem Stadtbild Kashgars aus den letzten 30. Jahren, machte
Prof. Kreutzmann die von den Chinesen eingeläuteten Umbaumaßnahmen der Stadt und ihrer Umgebung drastisch deutlich.
Die Stadt, ein strategisch wichtiger Punkt in der rasant vorangetriebenen Entwicklung der Handelsroute, hat sich stark verändert. Die Innenstadt wurde für Touristen „aufbereitet“ und die Bewohner in die Vororte umgesiedelt oder in Umerziehungslager verbracht. Von Kashgar aus wird sowohl die Pakistanroute über den Karakorum Highway, als auch die Route nach Westen via Tadschikistans und Kirgisistans entwickelt. Weit holte Kreutzmann in der Geschichte aus und warf dabei nicht nur Schlaglichter auf die europäischen Reisenden entlang der (alten) Seidenstraße zur Zeit des mongolischen Reichs, sondern beleuchtete auch die chinesischen Kultur- und Religionsvermittler, die westwärts zogen.
Prof. Kreutzmann präsentierte seine langjährigen Forschungsergebnisse eingebettet in Kenntnisse von „Land und Leuten“ und der dortigen Entwicklung. Ein spannender, lehrreicher geographischer Vortrag der den aktuellsten Stand der derzeit größten Infrastrukturmaßnahme unseres Globuses und deren Einfluss auf die betroffenen Ethnien und Staaten der Region schockierend deutlich machte.

Mehr als nur Rückgaben…am 14.Nov.2019

Ein Feuerwerk an Rechercheergebnissen, ethnologischen und geschichtlichen Zusammenhängen, zündete Dr. Lars Frühsorge am Abend des 14.November im Museum für Natur und Umwelt. Unterfüttert mit historischen Fotos des 19. und frühen 20.Jh. war es eine Freude seinen „Raketen“ zu folgen.
Da wurde die interessante Herkunft einiger Lübecker Objekte ebenso „gezündet“ wie die Rolle Lübecker Bürger in der Kolonialzeit und die Rolle der Indigenen beim Verkauf von "Touristenware".
Die Objekte waren seine Triebsätze und nachdem die ersten Raketen verglüht waren, folgte schon die nächste Batterie mit den Fragen zur Restitutionsproblematik und der proaktiven Lübecker Provinenzforschung.
Das  Publikum war nach dem Vortrag kaum in der Lage Fragen zu stellen und verharrte einige Sekunden diskussionslos, staunend der Dinge die gerade am Vortragsfirmament vorbeigezogen waren. So macht Ethnologie Spaß.
Erneut zeigte es sich, was bereits von vielen Lübeckern gebetsmühlenartig vorgetragen wird, welche Schätze, nicht nur materieller Art, im Zeughaus lagern und das diese Schätze endlich ein Museum brauchen.
Die Stadt sollte stolz auf diesen Bestand sein und verantwortungsbewusst mit ihm umgehen. Ein Hoch auf den Feuerwerksmeister Dr. Lars Frühsorge.
LarsFrühsorge
Dr. Lars Frühsorge