Lübecker Beiträge zur Ethnologie - Zwei Buchpräsentationen am 11.01.2018

Zum Einen "Hans Jobelmann Aus Afrika... Tagebücher, Briefe, Zeichnungen und Photographien 1907-1909" unter diesem Titel erschienen die Forschungsarbeiten zum Berliner Präparator und Zeichner Hans Jobelmann. Verfaßt von Brigitte Templin und Gottfried Böhme einem Neffen von Hans Jobelmann. ( Band 5 der Reihe "Lübecker Beiträge zur Ethnologie")

Zum Anderen "Gustav Pauli (1824-1911) Die Reiseberichte und Sammlungen eines frühen Weltreisenden aus Lübeck", verfaßt von Lars Frühsorge. ( Band 6 der Reihe "Lübecker Beiträge zur Ethnologie") Während im Band 5 das Leben des Berliner Präparators und Zeichners Hans Jobelmann, der die unter Lübecker Regie organisierte Afrikaexpedition von Günther Tessmann ( Band 2,3 und 4 ) begleitete, nachgezeichnet wird, beschreibt der von Lars Frühsorge verfaßte Band 6 die Reisen und Sammlungen des Lübeckers Gustav Pauli.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Lübeck Renate Kastorff-Viehmann referierte Brigitte Templin über die spannende Entstehungsgeschichte des Jobelmann Bandes und die Bedeutung für die Etnologische Forschung. Gottfried Böhme steuerte die Lebensgeschichte seines Onkels bei, der sich mit 21 Jahren entschloß in der Deutschen Kolonie Kamerun für Günther Tessmann zu arbeiten.
Lars Frühsorge stellte dann die "Reiseberichte und Sammlungen eines frühen Weltreisenden aus Lübeck" vor. In seinem launisch, amüsanten Vortrag machte Frühsorge immer wieder die Parallelen zu heutigen Reisemodalitäten deutlich und wies auf die umfangreiche Sammlung Paulis hin, der diese in großen Teilen dem damaligen Lübecker Völkerkundemuseum vermachte. Durch die Digitalisierung der Objekte der Völkerkundesammlung, war Frühsorge auf den bisher unbekannten "Sponsor" und Weltreisenden aus Lübeck gestoßen.

BuecherPauliJobelmann

Dr. Lars Frühsorge, Prof. Dr. Renate kastorff-Viehmann, Gotffried Böhme, Dr. Brigitte Templin (vLnR)

Bericht und Foto: MP 14.01.2018

Lesen Sie auch den Beitrag unseres Mitglieds Bodo Fabian in den Lübeckischen Blättern Lübeckische Blätter 183. Jahrgang 2018 Heft 2 Seite 31

"Tod und Jenseits - interkulturelle Schlaglichter" Vortrag am 16.11.2017

Fr. Dr. Mira Menzfeld, die gerade frisch über das Thema promoviert hat,Mira menzfeld zeigte die unterschiedlichen kulturell bedingten Umgangsformen und Verhaltensweisen mit Tod und Jenseits auf. Ihre Schwerpunkte waren dabei Afrika, Asien und Europa. Der Vortrag relativierte die "europäisch-westliche" Sichtweise über den Tod und eröffnete den Zuhörern, andere Perspektiven. So wird das Ableben eines Menschen bei einigen Ethnien in Afrika als Hexerei gedeutet und eben nicht als unvermeidbarer Verfallsprozess des menschlichen Körpers.
Auch der Übergangsprozess vom Hier ins Jenseits kann in den Kulturen recht unterschiedlich ausfallen.
So kommen in den ländlichen Gebieten Griechenlands Mehrfachbestattungen vor, da die Seelen der Toten noch eine Zeit benötigen, bevor sie im Jenseits angekommen sind. In China sind die Hinterbliebenen verantwortlich: Haben sie alles getan, um den Tod abzuwenden ?  haben sie eventuell den falschen Arzt zu Rate gezogen ?
Zusammenfassend machte Fr. Dr. Menzfeld klar, dass es eben keinen „natürlichen“ oder „verlernten“ Umgang mit Tod und Sterben gibt, sondern nur verschiedenste    kulturell verwurzelte Umgangsformen, die den  jeweiligen Kosmologien, Realitäten und Erklärungssystemen entsprechen.
Das Buch von Fr. Dr. Menzfeld zum Thema finden Sie unter
oder hier:
Natürlich und vor Allem in der nächsten Buchhandlung.
 
M. Prüß  17.11.2017