Tasche mit Glasperlenapplikation
 

Tasche 2

 
USA, Alabama, um 1830; Wolle, Baumwolle, Glasperlen, H: 72,4cm, Bder Tasche 28 cm, B des Tragbandes: 7 cm,
Kauf: J.F.G. Umlauff, Hamburg; Publiziert: Schallaburg (Hg) 2008, Literatur Dubin 1999: 196-198
 
Die Form dieser von Männern der Muskogee (Creek) und der Semiolen über der rechten Schulter getragenen, perlenverzierten Taschen geht vermutlich auf Munitionstaschen britischer Soldaten zurück. Da es an traditionellen Kleidungsstücken keine Taschen gab, waren Umhängetaschen praktisch, um die Gegenstände des alltäglichen Bedarfs zu verstauen; sie schmückten zudem ihre Träger. Bemerkenswert ist die außerordentliche Feinheit der verwendeten Perlen. Die teilweise facettierten Perlen wurden auf lange Fäden aufgezogen, in Muster gelegt und auf den Stoff genäht. Auffällig bei dieser kostbaren Tasche sind die ausschließlich abstrakten Motive, deren Bedeutung nicht mehr bekannt ist. Taschen dieses Alters sind selten, da viele bei der Vertreibung und Zwangsumsiedlung der Indianer verlorengegangen sind.
Auszug aus: Katalog "Einblicke in den Bestand der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck"
die Lübecker Museen 2011
ISBN: 978-3-942310-02-4
mit freundlicher Unterstützung der Völkerkundesammlung Lübeck

Foto: Ilona Ripke